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© Julia Knop
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Energieeffiziente Wohnanlage Hollerstauden - Ingolstadt, DE

Das Projekt am westlichen Stadtrand Ingolstadts ist eines der zehn Pilotprojekte „e% - Energieeffizienter Wohnungsbau“. Hier werden Möglichkeiten eines sparsamen und effizienten Umgangs mit Energie im geförderten Wohnungsbau erprobt und ausgewertet. Dabei sollen die Anforderungen der EnEV um 40-60% unterschritten werden, wobei die entwickelten Energiekonzepte jeweils die örtlich energetisch wirksamste und gleichzeitig eine ökonomisch vertretbare Lösung darstellen sollen. Durch ein vielfältiges Wege- und Platzsystem, differenzierte Grünräume und einer Art künstlichen Topographie entstehen maßstäblich angemessene öffentliche Freibereiche, unterstützt durch das Angebot von gemeinschaftlichen Nutzräumen innerhalb des Quartiers. Durch die kompakten Strukturen wird eine energetisch günstige und Fläche sparende, verdichtete Siedlungsform geschaffen. 

Der extrem niedrige Energieverbrauch der Wohnbauten ermöglicht eine Solar-Deckungsrate von ca. 60 % aller benötigten Heiz- und Warmwasserenergie. Konsequent wird dieser energetische Entwurfsansatz in die Architektur übersetzt: breite, dicke, schneeweiße Solarflügel überdecken und schützen die filigranen Holzbauten. Das „Energiesammeln“ wird Thema auch in der Gestalt. Die Speicherung der Wärme erfolgt in 15 Meter hohen Schichtspeichern, die in die Gebäude integriert werden.

Das e%-Modellprojekt ist zur Minimierung von Leitungsverlusten versorgungstechnisch in zwei Abschnitte aufgeteilt. Die Wärmeversorgung erfolgt vorrangig über eine Solaranlage mit einer Gesamtfläche von ca. 850 m2  – bei entsprechendem Nutzerverhalten wird ein jährlicher Energieeintrag von etwa 280.000 bis 300.000 kWh erwirtschaftet. Die Wohnanlage wurde im Herbst 2011 fertig gestellt.

 

 

Projektkenndaten

Bauherr St. Gundekar-Werk, Eichstätt
Architekt Bogevischs Buero Architekten & Stadtplaner GmbH, München
Mitarbeiter/innen Martin Wißmann, Kristina Steuding, Ulrike Wiedmann
Tragwerksplanung Sailer, Stepan + Partner, München
Technische Gebäudeausrüstung TB Stampfer, Salzburg
Brandschutz K33 Brandschutz, München
Landschaftsarchitekten
Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Partnergesellschaft mbH, Freising + Wolfgang Weinzierl Landschaftsarchitekten GmbH, Ingolstadt
Bauleitung Seibold + Seibold Architekt und Beratender Ingenieur Partnergesellschaft mbH, Eichstätt
Fertigstellung 03/2011

Ausführende Firmen und Kosten

Baumeisterarbeiten | Rohbau Bietergemeinschaft Rudolf Röss Bau GmbH, Ingolstadt und Schimmer GmbH, Buxheim
Holzbau Fa. Holzbau Pfeiffer GmbH, Remptendorf
Fenster+Fassade AG Schreinerei Baierl GmbH und Franz Mehner GmbH, Langenmosen
Dach P + D Dachservice, Torgau
Trockenbau Probat GmbH, Feldkirchen b. München
Bauzeit Jänner 2008 - März 2011
Kosten KG 300 10.163.000 € brutto
Kosten KG 400 3.590.000 € brutto
Kosten Bauwerk 300 + 400 13.753.000 € brutto
Kosten bezogen auf BGF 1.828 €/m²
Kosten bezogen auf BRI 330 €/ m³

Technische Kenndaten

Bruttogeschoßfläche BGF (nach DIN 277) 7.494 m²
Bruttorauminhalt BRI (nach DIN 277) 41.615 m³
Nutzfläche 5.870 m²
Hüllfläche 11.560 m²
A/V Verhältnis 0,51 m²

Gebäudehülle U-Werte

Außenwand 0,15 W/m²K
Dach 0,16 W/m²K
Fenster 1,00 W/m²K

Bauweise

Außenwände/tragende Wände Brettsperrholz mit hinterlüfteter Fassade; Brettsperrholz und Stahlbeton
Decken Brettsperrholz, Untersicht sichtbar
Dach Holzsparrendach, Flachdach als Warmdach mit bituminöser Abdichtung
Gebäudeklasse GK 3
Energetischer Standard KfW-Effizienzhaus 55
Jahresprimärenergiebedarf 12,53 kWh/m²a
Einsatz regenerativer Energie Sonnenkollektoren, solare Brauchwasserkollektoren

Bauteilfügungen


Aussenwand–Flachdach/Flachgeneigtes Dach

Vergleichbare Aufbauten

Aussenwand

  • Brettsperrholzelemente
  • Innen: Beplankung 12,5mm Gipsfaser, ohne Installationsebene
  • Außen: belüftete/hinterlüftete Fassade, Lärchenschalung 35mm; Dämmebene vor Ort gefertigt: Stegträger 240mm mit Wärmedämmung aus Zellulose 240mm eingeblasen, Holzschalung und Holzfaserdämmplatte, diffusionsoffene Fassadenbahn
  • Vorfertigungsgrad: gering, Brettsperrholz abgebunden

Dach

  • Brettschichtholzsparren mit 30 mm Dreischichtplatte und Dampfbremse
  • Innen: Gipsfaserplatte 22mm , abgehängt
  • Außen: Warmdachaufbau - Wärmedämmung Polyurethan, alukaschiert - mit bituminöser Abdichtung
  • Vorfertigungsgrad: keiner

 

 

 

 

Informationen zum Montageablauf

  1. Montage Brettsperrholzwand
  2. Auflegen der Brettschichtholzsparren
  3. Montage der Dreischichtplatte über den Sparren
  4. Montage der Stegträger als Attikaunterkonstruktion
  5. Montage der Dreischichtplatte an Attikakonstruktion
  6. Montage des oberen Attikaabschlusses mit Dreischichtplatte
  7. Montage Fassadendämmebene für Einblasdämmung
  8. Montage äußerer Abschluss der Attikakonstruktion mit Dreischichtplatte
  9. Montage der Attikabekleidung aus Alu-Blech, pulverbeschichtet
  10. Montage der Fassadenbekleidung
  11. Montage Dachaufbau (gem. Darstellung 2D)
  12. Montage der Attikaverblechung aus Alu-Blech
  13. Montage der Gipsfaserplatte

 

 

 

 

Aussenwand–Decke

Vergleichbare Aufbauten

Aussenwand

  • Brettsperrholzelemente
  • Innen: Beplankung 12,5mm Gipsfaser, ohne Installationsebene
  • Außen: belüftete/hinterlüftete Fassade, Lärchenschalung 35mm; Dämmebene vor Ort gefertigt: Stegträger 240 mm, Holzschalung und Holzfaserdämmplatte, Wärmedämmung aus Zellulose 240 mm eingeblasen
  • Vorfertigungsgrad: gering, Brettsperrholz abgebunden

Geschossdecke

  • Brettsperrholz, Deckeneinbindung mit Elastomerlager
  • Linoleum- oder Fliesenboden auf Zementestrich mit Trittschalldämmung und Wärmedämmung EPS (siehe Aufbau)
  • Vorfertigungsgrad: gering, Brettsperrholz abgebunden

 

Informationen zum Montageablauf

  1. Montage Brettsperrholzwand 
  2. Auflegen der Brettsperrholzdeckenelemente mit Notabdichtung
  3. Aufstellen der oberen Brettsperrholzwand auf Elastomerlager
  4. Eingelegte Dampfbremse luftdicht verklebt
  5. Montage Fassadendämmebene für Einblasdämmung 
  6. Montage der Fassadenbahn, diffusionsoffen   
  7. Montage der Fassadenbekleidung  
  8. Montage der innenseitigen Gipsfaserplatte
  9. Montage der innenseitigen Gipsfaserplatte
  10. Montage der unterseitigen Deckenbekleidung mit Gipsfaserplatte
  11. Stöße Wand - Decke luftdicht verklebt
  12. Bodenaufbau (gem. Darstellung 2D)

 

Aussenwand-Sockel

Vergleichbare Aufbauten

Aussenwand

  • Brettsperrholzelemente
  • Innen: Beplankung 12,5mm Gipsfaser, ohne Installationsebene
  • Außen: belüftete/hinterlüftete Fassade, Lärchenschalung 35mm; Dämmebene vor Ort gefertigt: Stegträger 240 mm, Holzschalung und Holzfaserdämmplatte, Wärmedämmung aus Zellulose 240 mm eingeblasen
  • Vorfertigungsgrad: gering, Brettsperrholz abgebunden

Sockel 

  • Äußerer Abschluss mit Faserzementplatte
  • Bituminöse Abdichtung auf Stahlbetonsockel gegen aufsteigende Feuchtigkeit und mit hochgezogener Sockelabdichtung verklebt
  • Äußere Dämmschicht mit XPS Dämmung nach unten gezogen

 

Informationen zum Montageablauf

  1. Stahlbetondecke einschl. Feuchtigkeitssperre
  2. Ausgleichsmörtelschicht
  3. Montage einer Richtschwelle
  4. Aufstellen Brettsperrholzwand mit Schwelle
  5. Sockelabdichtung hochgezogen über Brettsperrholzwand
  6. Montage Fassadendämmebene für Einblasdämmung
  7. Sockeldämmung XPS und Faserzementplatte als äußerer Sockelabschluss
  8. Montage der Fassadenbekleidung
  9. Montage der innenseitigen Gipsfaserplatte/Anschlüsse Boden – Wand luftdicht verklebt
  10. Bodenaufbau (gem. Darstellung 2D)

 

    Die Abbildungen stellen einen Planungsvorschlag dar. Anwendbarkeit, Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem jeweiligen Stand der Technik sind eigenverantwortlich zu prüfen. Der Planungsvorschlag ersetzt keinesfalls projektbezogene planerische Detailvorgaben.