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© Hanspeter Schiess für Cukrowicz Nachbaur Architekten
© Hanspeter Schiess für Cukrowicz Nachbaur Architekten
© Hanspeter Schiess für Cukrowicz Nachbaur Architekten

Gemeindezentrum St. Gerold, AT

Die bestehende Situation wird topografisch geprägt durch steil abfallende Südhänge. Landschaftliche Bezüge entstehen durch wunderschöne Ausblicke in die Bergwelt, bauliches Gepräge erhält der Ort in unmittelbarer Nachbarschaft durch das denkmalgeschützte Schulhaus sowie in der weiteren Umgebung durch vereinzelte Wohnbauten hangseitig und die Propstei talseitig. Der Neubau des Gemeindezentrums wird als viergeschossiger Solitär seitlich versetzt zum Schulhaus positioniert. Das Gebäude nutzt die beiden bestehenden ebenen Flächen [Platz Straßenniveau sowie Spielplatz Geländeniveau -2] und platziert sich als verbindendes Element dazwischen. Schulhaus und Neubau entwickeln eine räumliche Torsituation. Die Funktionen des neuen Gemeindezentrums werden vertikal über vier Geschosse gestapelt und beinhalten die Bereiche Kindergarten, Kinderspielgruppe, Dorfladen, Mehrzweckraum und Gemeindeverwaltung. Die Lage der Nutzungsbereiche entwickelt sich aus der Frequenz der Benutzer sowie aus der topografischen Zuordnung der Außenräume. Die komplexen Funktionszusammenhänge im Inneren werden durch einfache räumliche und konstruktive Strukturen zusammengeführt. Gezielt gesetzte Fensteröffnungen in Abhängigkeit von Nutzungsbereich und Lage entwickeln differenzierte räumliche Situationen mit unterschiedlichen Ausblicken. Das neue Gemeindezentrum ist als konstruktiver Holzbau konzipiert, die geländeberührenden Stützwände aus Stahlbeton. Das Erscheinungsbild des ersten viergeschossigen Holzbaus Vorarlbergs wird vom Wechsel zwischen einheitlichem Fassadenschirm (Weißtanne) und gezielt gesetzter Öffnung bestimmt und visualisiert subtil die Dynamik der inneren Organisation. Die verwendeten Konstruktionshölzer stammen großteils aus gemeindeeigenen Wäldern und sind komplett unbehandelt eingebaut. Der kompakte Baukörper ist als Passivhaus konzipiert und energietechnisch nahezu autark. Das Gebäude gilt als Musterbeispiel zu den Themen Ökologie, Nachhaltigkeit und heimische Wertschöpfung.

 

Projektkenndaten

Bauherr Gemeinde St. Gerold
Architekt Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, Bregenz
Mitarbeiter/innen Stefan Abbrederis, Michael Abt, Christian Schmölz
Tragwerksplanung M+G Ingenieure, Feldkirch
Bauphysik DI Bernhard Weithas, Hard
Technische Gebäudeausrüstung ET Elmar Lingg, Schoppernau
Technische Gebäudeausrüstung HKLS TB Cukrowicz, Lauterach
Fertigstellung 2009

Ausführende Firmen und Kosten

Baumeisterarbeiten | Rohbau Tomaselli Gabriel Bau GmbH
Holzbau Holzbau Nigsch GmbH, Zimmerei Berchtel GmbH, Zimmerei Heiseler GmbH
Bauzeit April 2008 – Jänner 2009
Kosten KG 300 1.087.000 € netto
Kosten KG 400 381.000 € netto
Kosten Bauwerk 300 + 400 1.468.000 € netto
Kosten bezogen auf BGF 1.900 €/ m² BGF
Kosten bezogen auf BRI 508 €/ m³ BRI

Technische Kenndaten

Bruttogeschoßfläche BGF (nach DIN 277) 773 m²
Bruttorauminhalt BRI (nach DIN 277) 2.890 m³
Nutzfläche 571 m²

Gebäudehülle U-Werte

Außenwand 0,117 W/m²K
Dach 0,119 W/m²K
Fenster 0,80 W/m²K

Bauweise

Außenwände/tragende Wände vorgefertigte Holzrahmenelemente (Holztafelbau) mit Mineralwolle-Dämmung
Decken Fichten Diagonaldübelholzdecken mit Untersicht aus Weißtanne unbehandelt
Dach Holzbalkendecke mit Untersicht aus Weißtanne unbehandelt
Gebäudeklasse  GK 4
Energetischer Standard zertifiziertes Passivhaus
Jahresprimärenergiebedarf 47 kWh /m²a
Einsatz regenerativer Energie Erdsondenanlage (Solekreislauf) über Wärmepumpe mit Wärmetauscher

Bauteilfügungen


Aussenwand-Sockel

Vergleichbare Aufbauten

Aussenwand

  • vorgefertigte Holzrahmenelemente
  • Innen: gedämmte Installationsebene mit Schalung aus Weißtanne N&F 20/50-120mm (vor Ort montiert)
  • Außen: hinter-/belüftete Bekleidung aus vertikaler Schalung aus Weißtanne 30/50-120mm
  • Vorfertigungsgrad: mittel, Außenwandelemente in 2 Phasen sowie vorgefertigtes Fassadenelement

 

 

Informationen zum Montageablauf

  1. Stahlbetondecke mit Feutigkeitssperre
  2. Montage der tragenden Holzrahmen-Außenwandelemente inkl. Dampfbremse
  3. Anschluss Boden - Wand luftdicht verklebt
  4. Montage des vorgehängten Außenwandelements für Einblasdämmung inkl. diffusionsoffener  Fassadenbahn
  5. Einbringen des Fußbodenaufbaus (gem. Darstellung 2D)
  6. Sockelausbildung mit XPS-Dämmung, Faserzementplatte, Gebäudeabdichutng sowie vorgesetztem Betonfertigteil
  7. Montage der elementierten vorgefertigten Fassadenbekleidung
  8. Montage der Installationsebene inkl. der Holzschalung

Die Abbildungen stellen einen Planungsvorschlag dar. Anwendbarkeit, Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem jeweiligen Stand der Technik sind eigenverantwortlich zu prüfen. Der Planungsvorschlag ersetzt keinesfalls projektbezogene planerische Detailvorgaben.