Springe zum Inhalt
© Bruno Klomfar
© Bruno Klomfar
© Bruno Klomfar

Wohnanlage Mühlweg, AT

Die Wohnanlage Mühlweg ist aus einem im Rahmen des „Klimaschutzprogramm der Stadt Wien“ ausgeschriebenen Bauträgerwettbewerb hervorgegangen, mit dem aufgezeigt werden soll, dass sich mehrgeschossiger Holz- oder Holzmischbau in Niedrigenergiebauweise unter den Bedingungen eines sozialen Wohnbaus in Stadtlage realisieren lässt. Das von Johannes Kaufmann und Hermann Kaufmann gemeinsam entwickelte Projekt ist weniger aus den Bedingungen des Holzbaus per se entstanden, sondern setzt bei städtebaulichen Überlegungen an und demonstriert die vielfältigen Möglichkeiten des Baustoffs Holz zur Schaffung qualitativ hochwertigen Wohnraums.

Ausgehend von einem Konzept, dass sich nicht gegen die Umgebung abzugrenzen versucht, sondern das Marchfeld durch die Siedlung fließen lässt, sind drei Baukörper dicht an die Bebauungsgrenze gesetzt. Zwischen den im Erdgeschoß massiv und in den drei Obergeschossen in tragender Brettsperrholzkonstruktion ausgeführten Bauteilen entsteht ein durchlässiger Hofbereich mit differenzierten Außenräumen. Vorgestellte, hoch wärmegedämmte Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise mit naturbelassenem Lärchenholz umhüllen die Baukörper und schaffen in Kombination mit farbigen Schiebeläden ein wohnliches Ambiente. Die Wohnungen sind größtenteils nach Süden und Westen ausgerichtet und bieten in der Durchmischung unterschiedlicher Typen und Größen vielfältige Wohnsituationen.

Projektkenndaten

Bauherr BWS Gemeinnützige Allgem. Bau-, Wohn- und Siedlungsgen. Reg. Gen.m.b.H, Wien
Architekt Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH, Schwarzach in Kooperation mit Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn
Mitarbeiter/innen DI Christoph Dünser, Martin Rümmele
Tragwerksplanung Holzbau merz kley partner, Dornbirn
Tragwerksplanung Stahlbeton RW[t]+, Wien
Haustechnik Pesek Planungsbüro, Felixdorf
Elektroplanung s.d. & engineering, Wien
Bauphysik, Akustik Holzforschung Austria, Wien
Brandschutzplanung Institut für Brandschutztechnik  und Sicherheitsforschung, Linz
Farbgestaltung Erich Wiesner, Berlin
Fertigstellung 2006

Ausführende Firmen und Kosten

Baumeisterarbeiten | Rohbau Firma Durst-Bau GmbH
Holzbau Firma I+R Holzbau, Lauterach
Bauzeit November 2005 – Oktober 2006
M2 Kosten bezogen auf BGF (gem. ÖN B 1801) 1.510 €/m² (Bauwerkskosten)
M3 Kosten bezogen auf BRI (gem. ÖN B 1801) 391 €/m³ (Bauwerkskosten)

Technische Kenndaten

Bruttogeschoßfläche BGF (nach DIN 277) 8.170,5 m² (inkl. UG)
Bruttorauminhalt BRI (nach DIN 277) 23.755,14 m³ (inkl. UG)
Nutzfläche 6.377 m² (inkl. UG)

Gebäudehülle U-Werte

Außenwand 0,21 W/m²K (EG), 0,16 W/m²K (OG)
Dach 0,16 W/m²K
Fenster 0,88 W/m²K
Kellerdecke/Boden 0,16 W/m²K

Bauweise

Außenwände Holzrahmenelemente
tragende Wohnungstrenn- u. Innenwände Brettsperrholz
Decken Brettsperrholz
Dach Brettsperrholz
Energetischer Standard Niedrigenergie
Jahresprimärenergiebedarf BT A1 38,80 kWh/m²a
BT A2 38,92 kWh/m²a
BT A3 38,11 kWh/m²a 
Einsatz regenerativer Energie Solaranlage

Bauteilfügungen


Aussenwand–Flachdach/Flachgeneigtes Dach

Vergleichbare Aufbauten

Aussenwand

  • Holzrahmenelemente
  • Innen: Installationswand, 1x18mm GKF (vor Ort montiert)
  • Außen: hinter-/belüftete Lärchenschalung auf versetzter Lattung
  • Vorfertigungsgrad: mittel, Fassade und Installationsebene vor Ort montiert

Dach

  • Brettsperrholz, Sichtqualität
  • Vorfertigungsgrad: gering, Brettsperrholz abgebunden

Attika

  • Aufgesetzte Holzrahmenelemente
  • Außen: hinter-/belüftete Lärchenschalung
  • Vorfertigungsgrad: mittel, Fassade vor Ort montiert

Informationen zum Montageablauf

  1. Montage der vorgefertigten Wandelemente
  2. Auflegen der Deckenelemente in Sichtqualität 
  3. Eingelegte Folie luftdicht verkleben
  4. Montage der vorgefertigten Attikaelemente
  5. Aufbringen der Dachbahn (Notabdichtung)
  6. Anbringen der Fassadenbleche
  7. Montage der Fassade
  8. Aufbringen des Dachaufbaus
  9. Montage Attikablech
  10. Anbringen der Installationsebene

Die Abbildungen stellen einen Planungsvorschlag dar. Anwendbarkeit, Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem jeweiligen Stand der Technik sind eigenverantwortlich zu prüfen. Der Planungsvorschlag ersetzt keinesfalls projektbezogene planerische Detailvorgaben.