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©Bruno Klomfar
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Wohnanlage Unterfeldstrasse in Ludesch, AT

 

Die Wohnanlage Unterfeldstraße in Ludesch ist ein weiterer Schritt innerhalb einer Reihe von Wohnbauten, die gemeinsam mit der Vorarlberger gemeinnützigen Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft (VOGEWOSI), einem sozialen Wohnbauträger, entwickelt wurde. Dabei geht es um den Nachweis, dass der Baustoff Holz gerade im sozialen Wohnbau aus ökologischer aber auch aus wirtschaftlicher Sicht seine Berechtigung hat. Dabei wird dem Wunsch ökologisch engagierter Gemeinden Rechnung getragen, höchst energieeffiziente und nachhaltige Gebäude zu entwickeln. Durch erhöhte Förderungsmaßnahmen seitens des Landes Vorarlberg ist der Passivhausstandard umsetzbar und durch eine disziplinierte Konstruktion und Struktur des Gebäudes ist es möglich, auch den Holzbau innerhalb der wirtschaftlichen Randbedingungen zu realisieren.
Die zwei dreigeschossigen Laubengangtypen sind in einer Mischkonstruktion aus tragenden Rahmenholzelementen in Kombination mit Brettsperrholzwänden sowie Brettsperrholzdecken konstruiert. Die Erschließung erfolgt über Laubengänge, die in Stahl und Beton ausgeführt sind. Aus Kostengründen sowie um den Baukörper kompakt zu halten, wurden die Balkone wärmebrückenfrei vorgestellt. Die Außenhaut besteht aus unbehandelter Lärche, die bewusst den Verwitterungsprozess in Kauf nimmt. Die Baukörper sind so auf dem Grundstück positioniert, dass eine Erweiterung der Anlage um zwei weitere Baukörper Richtung Norden möglich ist. Die sorgfältige Materialisierung und die hohe Detailqualität geben dem Bauwerk eine elegante Erscheinung, was vom Bauherrn durchaus gewollt ist, um den sozialen Wohnungsbau aufzuwerten.

 

 

Projektkenndaten

Bauherr Vogewosi, Vorarlberger gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft m.b.H., Dornbirn
Architekt Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH, Schwarzach
Mitarbeiter/innen Marlies Sofia (Projektleitung), Martin Rümmele
Tragwerksplanung Holzbau merz kley partner ZT, Dornbirn
Tragwerksplanung
Stahlbeton Mader & Flatz ZT GmbH, Bregenz
Bauphysik DI Dr. Lothar Künz GmbH & Co KG, Hard
Haustechnik Moser Planungsbüro, Satteins
Elektroplanung elplan Lingg Elektroplanungs GmbH, Schoppernau
Fertigstellung 2011

Ausführende Firmen und Kosten

Baumeisterarbeiten | Rohbau Hilti & Jehle GmbH, Feldkirch
Holzbau oa.sys. baut. GmbH, Alberschwende
Bauzeit November 2009 – Mai 2011

Technische Kenndaten

Bruttogeschoßfläche BGF (nach DIN 277) 2318 m²
Bruttorauminhalt BRI (nach DIN 277) 7326 m³
NGF (WNF)    1888 m²

Gebäudehülle U-Werte

Außenwand (Holz)
0,16 W/m²K
Dach 0,08 W/m²K

Bauweise

Außenwände/tragende Wände Mischkonstruktion: Tragende Rahmenholzelemente mit Brettsperrholzwänden
Decken Brettsperrholz
Dach Brettsperrholz
Gebäudeklasse  GK 3
Energetischer Standard Passivhausstandard
Jahresprimärenergiebedarf Haus 1: 8,1 kWh/m²a, Haus 2: 8,2 kWh/m²a
Einsatz regenerativer Energie Solaranlage

Bauteilfügungen


Aussenwand-Decke

Vergleichbare Aufbauten

Außenwand

  • vorgefertigte Holzrahmenelemente
  • Innen: gedämmte Installationsebene mit 1x15mm Gipsfaserplatte (vor Ort montiert)
  • Außen: hinter-/belüftete Bekleidung aus Lärchenschalung, unbehandelt (vor Ort montiert)
  • Vorfertigungsgrad: mittel, Holzrahmenelemente vorgefertigt (von Gipsfaserplatte bis Dampfbremse)

Geschossdecke

  • Brettsperrholz
  • Innen: abgehängte Decke mit Mineralwolle und 1x15mm Gipsfaserplatte
  • Fußbodenaufbau: Estrich/Heizestrich auf Trittschalldämmung und Schüttung
  • Vorfertigungsgrad: gering, Brettsperrholz abgebunden

 

 

Informationen zum Montageablauf

  1. Montage der vorgefertigten Holzrahmenelemente
  2. Auflegen der Brettsperrholzelemente
  3. Eingelegte Folie luftdicht verkleben
  4. Aufstellen der oberen vorgefertigten Holzrahmenelemente
  5. Ergänzung der Elemente im Deckenübergangsbereich mit Blechabdeckung
  6. Aufbringen der diffusionsoffenen Fassadenbahn   
  7. Montage der Fassade
  8. Montage der Installationsebene
  9. Einlegen des Rieselschutzes
  10. Einbringen des Fußbodenaufbaus
  11. Montage der abgehängte Decke

Die Abbildungen stellen einen Planungsvorschlag dar. Anwendbarkeit, Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem jeweiligen Stand der Technik sind eigenverantwortlich zu prüfen. Der Planungsvorschlag ersetzt keinesfalls projektbezogene planerische Detailvorgaben.